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Zeit und Geschichte

„Mutter, ich kann nicht nach deinen Vorstellungen leben“

Achim Engelberg
Dr. phil.
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Achim EngelbergDonnerstag, 31.08.2023

Ein bemerkenswerter ostdeutscher Film, DIE BEUNRUHIGUNG von Lothar Warneke aus dem Jahr 1982, ist durch die DEFA-Stiftung frei zu sehen.

Als der 1936 geborene Regisseur ihn beendete, war es nicht der Beginn einer großen Filmkarriere, sondern fast das Ende. Nur noch einen Kinofilm konnte er vor seinem Tod im Jahre 2005 drehen.

Nach der zweiten staatlichen Einheit Deutschlands und der neuen deutschen Teilung erhielt er keine Filmförderung mehr.

Darüber informiert dieser Artikel von Jan Brachmann aus der digitalen Ausgabe der FAZ. Auf der Webseite finde ich ihn nicht, über Blendle dürfte er noch kurz zu lesen sein:

Spiegelbild innerer Freiheit – einer der großen Frauenfilme der DEFA: Christine Schorn brilliert 1982 im Drama „Die Beunruhigung“.

Der DEFA-Film „Die Beunruhigung“ kam 1982 in die Kinos der DDR und wurde dort einer der größten Erfolge. Das Drehbuch von Helga Schubert, aus eigenen Erfahrungen gespeist, ­erfasste lakonisch, mit untergründigem Humor für manch absurde Situation, was es für Frauen heißt, die Diagnose Brustkrebs zu bekommen.

Vor wenigen Jahren ist Helga Schubert wiederentdeckt worden und gewann als älteste Teilnehmerin den Bachmann-Preis. Hier ein piq zum Ereignis.

„Die Beunruhigung“ ist einer der großen Frauenfilme der DEFA, in einer Reihe mit „Der Dritte“ von Egon Günther (und Jutta Hoffmann in der Hauptrolle) oder „Hostess“ von Rolf Römer (mit Annekathrin Bürger). Es sind Filme, die dem Vergleich mit dem Besten des französischen Kinos ­jener Jahre standhalten, etwa dem Abtreibungsdrama „Une histoire simple“ von Claude Sautet mit Romy Schneider, wie die Schauspielerinnen einem Vergleich mit Marlène Jobert, Annie Girardot oder Isabelle Huppert standhalten würden. Die Chance, mit Sautet, Claude Chabrol oder Jean-Pierre Blanc zu drehen, hatten sie nicht.

Wenn Christine Schorn sich am Abend vor der Operation in ihr Nachthemd wirft und im Spiegel den noch unversehrten Körper betrachtet, wissen wir, dass ihre innere Freiheit – „Mutter, ich kann nicht nach deinen Vorstellungen leben“, sagt sie – aus Selbstakzeptanz erwächst.

Neben dem individuellen Drama greift der Film Gesellschaftliches auf – nicht zuletzt Generationenkonflikte, deshalb der Titel dieses piqs. Es ist auch der Stoff, aus der die Erzählung ist, mit der Helga Schubert den Ingeborg-Bachmann-Preis erhielt.

Wenn man wieder einmal fragt, warum der Osten unseres Landes anders tickt, hat es nicht nur mit den unterschiedlichen Erfahrungen im Kalten Krieg zu tun, sondern mit dem Leben im neu vereinten und neu geteilten Deutschland.

Unlängst stellte ich dieses kleine Dossier zum Tod von Thomas Kusczynski zusammen. Ich hätte auch diesen Beitrag aus dem Jahr 1996 teilen können, der öfters erwähnt wurde, als Bert Papenfuss (1956–2023) starb. Ich machte es nicht, weil er mir etwas zu trotzig ist:

»Nie im Leben« würde Bert Papenfuß in diesem »geistigen Flachland der ehemaligen Bundesrepublik« wohnen und arbeiten wollen. Kreatives Potential sucht er in Osteuropa.

Zurück zu DIE BEUNRUHIGUNG: Er ist einer der kleinen großen deutschen Filme, der neu und wiederzuentdecken ist. Den man politisch sehen kann, aber auch existenziell.

„Mutter, ich kann nicht nach deinen Vorstellungen leben“

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