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Fundstücke

1923: Als die Weimarer Republik ins Wanken geriet

Dennis Basaldella
Medien- und Filmwissenschaftler, Historiker
Zum Kurator'innen-Profil
Dennis BasaldellaDonnerstag, 19.01.2023

Die Weimarer Republik war die erste parlamentarische Demokratie in Deutschland. Sie markiert einen Wendepunkt in der deutschen Geschichte. Und obwohl die Geburt der jungen Republik alles andere als leicht war, konnte man am 9. November 1918, als Scheidemann die Republik ausrief, nur schwer ahnen, dass sie bereits 5 Jahre später schon wieder ins Wanken geraten würde.

1923, also exakt vor 100 Jahren, begann für die Weimarer Republik ein folgenreiches Jahr. Anlass genug, die Ereignisse besagten Jahres noch einmal Revue passieren zu lassen.
In der Podcast-Folge von "Kultur aktuell" des SWR spricht die Redakteurin mit dem Historiker Peter Longerich (der Ende 2022 das Buch "Außer Kontrolle: Deutschland 1923. Hyperinflation, Staatskrise, Hitler-Putsch" veröffentlicht hat) noch einmal über die verschiedenen einzelnen Ereignisse, die zu diesem Krisenjahr beigetragen haben. Dabei wird noch einmal deutlich, dass es kein einzelnes dieser vielen Ereignisse ist (wie z. B. die Ruhrbesetzung, die galoppierende Inflation, das schwindende Vertrauen in den Staat oder der gescheiterte Hitler-Putsch), welches maßgeblich für dieses Krisenjahr verantwortlich ist. Vielmehr ist es die Summe dieser Ereignisse, die das Jahr 1923 zu einem "Annus horribilis" für die deutsche Demokratie machten.

Interessant an der Podcast-Folge ist aber nicht nur die Beschreibung der Geschehnisse, sondern auch, dass Longerich noch einmal darauf verweist, wie wichtig es ist, aus Krisen wie der von 1923 (und im weitesten Sinne auch aus der Geschichte) zu lernen – oder besser gesagt richtig zu lernen.
Denn Jahrestage wie dieser oder andere länderübergreifende Ereignisse verleiten sehr leicht dazu, Vergleiche zur Vergangenheit zu ziehen. Aber allzu oft werden in der Gegenwart Parallelen gesehen, wo eigentlich keine sind. So wurde z. B. im Zuge des Ukraine-Krieges immer wieder das Buch "Die Schlafwandler: Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog" des Historikers Christopher Clark herangezogen und gesagt, dass der Angriff Russlands auf die Ukraine Anfang 2022 Ähnlichkeit mit den Ereignissen hat, die 1914 zum Ersten Weltkrieg führten. Dabei ist der Vergleich auf den ersten Blick durchaus nachvollziehbar, jedoch nur bedingt richtig. Zwar gab es in Europa seit über 80 Jahren kein Ereignis dieser Art (was ebenfalls nicht stimmt, denn zwischen 1991 und 1999 herrschte auf dem Balkan Krieg), jedoch waren die Umstände 1914 deutlich komplexer und vor allem anders, als sie es Anfang 2022 waren.

Doch nun ins Jahr 2023. Auch hier finden sich auf den ersten Blick Parallelen zum Jahr 1923, wie z. B. die Inflation, Krisenherde oder die zunehmende Spaltung der Gesellschaft. Doch genau hier kommen wir ins Spiel. Denn – so argumentiert auch Longerich im Podcast – liegt es an der Politik, aber auch an uns, aus der Vergangenheit zu lernen und zu sehen, welche Fehler wann gemacht wurden. Denn nur so können wir vermeiden, sie zu wiederholen. Daher sollten uns die zahlreichen anlässlich dieses "Jahrestages" erscheinenden Buchpublikationen nicht dazu verleiten, alles Schwarz zu sehen und blind Vergleiche zu ziehen. Sie sollten uns vielmehr helfen, die Krise von 1923 besser und vor allem differenzierter zu sehen und zu verstehen, um so besser und präventiver reagieren zu können, als es die Regierung der Weimarer Republik tat.

1923: Als die Weimarer Republik ins Wanken geriet

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