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Zeit und Geschichte

Vergessene Konzentrationslager

Dennis Basaldella
Medien- und Filmwissenschaftler, Historiker
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Dennis BasaldellaMittwoch, 23.08.2023

Wenn die Rede von Archäologie ist, denken die meisten Menschen vermutlich zuerst an die Ausgrabung antiker Kulturen wie die der Römer und Griechen oder der Maya – um nur ein paar zu nennen. Doch Archäologie umfasst auch die neuere Geschichte oder wie in diesem Fall die Zeit des Nationalsozialismus.

Genau wie im Fall längst untergegangener Kulturen finden sich auch im vorliegenden Fall die ersten Hinweise darauf, wo man zu graben beginnen soll, in den historische Quellen. Während in der klassischen Altertumsforschung die Quellen in vielen Fällen verschollen oder nur teilweise überliefert sind, ist die Quellenlage zum Nationalsozialismus sehr gut, denn die Nazis haben mit einer erschreckenden Genauigkeit ihre Grausamkeit gegen die Menschlichkeit dokumentiert. So führen neben den Berichten der Überlebenden vor allem Deportations- oder Insassenlisten oft zu den Namen der Konzentrationslager. Doch genau wie im Fall des KZ-Außenlagers Pocking, ist zwar oft bekannt, dass sie existierten und wer dort eingesperrt wurde, aber nicht, wo genau die Lager waren. Das trifft oft sehr auf die kleinen Lager zu, die Außenlager eines viel größeren und auch bekannteren Stammlagers waren. Zum Vergleich, das Lager in Auschwitz umfasste neben dem Stammlager circa 47 Außenlager.
Die Objekte, die im Fall von Pocking (und all den anderen Lagern) ausgegraben werden, geben einen Eindruck auf den Alltag in den Lagern, doch vor allem werfen Sie ein Licht auf die oft nur namentlich bekannten Opfer, die in den Lagern unter unmenschlichen Bedingungen eingesperrt wurden.

Wie viele Ausgrabungsstätten wird auch diese hier wieder zugegraben und mit einem anderen Objekt – wie in diesem Fall einer Autobahn – überbaut werden. Denn in vielen Fällen ist eine Bergung oder Konservierung nicht möglich und der Boden der beste Ort, um die Grabungsstätte zu erhalten und nicht gänzlich zu zerstören. Doch die Tatsache, dass das Lager gefunden wurde und in ihm ausgegrabene Objekte erfasst und vor allem konserviert wurden, sorgt dafür, dass die Geschichte des Lagers und vor allem die Geschichte der Menschen dort nicht vergessen wird.

Vergessene Konzentrationslager

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Kommentare 2
  1. Lutz Müller
    Lutz Müller · vor 11 Monaten · bearbeitet vor 11 Monaten

    Über eine Grabungsstätte am Ort eines Lagers für Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter in Bremen erzählt der hier verlinkte Artikel: https://www.piqd.de/ze...
    Die Geschichte des Zweiten Weltkriegs wird vom aktuellen Krieg Russlands gegen die Ukraine eingeholt. Der Aggressor behindert den würdevollen Umgang mit den Funden und das Gedenken an die Opfer.

  2. Achim Engelberg
    Achim Engelberg · vor 11 Monaten

    Ergänzend sei erwähnt, der Künstler Oscar Lebeck, mit dem ich 5 Monate im Künstlerhaus Edenkoben verbringen konnte, arbeitet mit solchen Fundorten:
    https://www.stiftung-b...

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