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Zeit und Geschichte

Mephistopheles am Main

Hauke Friederichs
Journalist und Autor
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Hauke FriederichsSonntag, 06.08.2017

Der Mann mit dem altehrwürdigen Titel hat Würzburg wie kaum ein anderer geprägt. So verhalf er der Hochschule in der Stadt, der ältesten Universität Bayerns, zur Größe. Die städtische Festung ließ er zur prächtigen Residenz ausbauen. Das Juliusspital ist nach ihm benannt. Ein Mann mit Verdiensten. Aber er hat Mainfranken auch wie kein zweiter gespalten. Julius Echter, Fürstbischof, vor 400 Jahren gestorben.

Aus dem Niederadel im Spessart, vom Wasserschloss Mespelbrunn aus, stieg Echter zu einem überragenden Herrscher der Gegenreformation auf. Er ließ vermeintliche Hexen verfolgen – und die Anhänger Luthers und andere Protestanten.

Olaf Przybilla schreibt über den Fürstbischof, dem in Würzburg niemand entgehen kann, nicht einmal Tagestouristen. Im Museum am Dom ist die Ausstellung „Julius Echter, der umstrittene Fürstbischof“ zu sehen. Eine kleine Revolution, wurde der Kirchenmann doch von vielen Katholiken lange verklärt. Und so bewertet Przybilla die Ausstellung als „bahnbrechend“ – vor allem gelte das für die „Offenheit, mit der ein Diözesanmuseum sich einer Figur nähert, die von katholischen Gläubigen lange wie ein Heiligenbild verehrt wurde. Die andere wiederum, etwa die preußisch-protestantisch orientierten Historiker des 19. Jahrhunderts, zu einer Art Mephistopheles am Main erklärt haben.“

In der Ausstellung kommen auch knallharte Kritiker Echters zu Wort, etwa die Juso-Vorsitzende aus Würzburg, Freya Altenhöner: Die Zeit des Fürstbischofs sei eines der „dunkelsten Kapitel“ in der Geschichte der Domstadt. Echter habe die Hexenverfolgung systematisiert und damit den Grundstein gelegt für weitere Exzesse nach seinem Tod 1617. 

 

Mephistopheles am Main

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