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Volk und Wirtschaft

Adam Tooze rechnet mit den schlechtgelaunten Deutschen ab

Jannis Brühl
Redakteur
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Jannis BrühlDienstag, 31.10.2023

Ich habe manchmal das Gefühl, viele in Deutschland interessieren sich nur dann dafür, was man im Ausland von ihnen denkt, wenn es ihre eigene negative Sicht auf das Land bestätigt. Dazu zählt der Economist-Slogan vom" kranken Mann Europas", der nun wieder aufgewärmt wurde. Er bestätigt die Menschen in Europas reichstem Land darin, dass es doch viele Gründe gibt, sich zu beschweren. Da tut es gut, dieses SZ-Interview mit dem gutgelaunten britischen Wirtschaftshistoriker Adam Tooze zu lesen. Er macht einige gute Punkte, die die gefühlte Wahrheit über ein im Abstieg befindliches Deutschland wieder gerade rücken:

  • Eine gewisse De-Industrialisierung ist normal. Selbst Frankreich macht erfolgreich vor, wie das geht. 
  • Unsere Wahrnehmung auf diese De-Industrialisierung ist verzerrt: "Insgesamt wird ja nicht weniger, sondern viel mehr produziert, selbst in der Landwirtschaft. Nur produzieren wir effizienter mit weniger Arbeitskräften."
  • Viele der geläufigen Kritikpunkte (zum Beispiel am Verbrenner-Aus) basieren nicht auf Rationalität, sondern auf Nostalgie.
  • Die Angst davor, Schulden aufzunehmen, ist irrational – vor allem, wenn es um Investitionen in die Zukunft geht, zum Beispiel bei frühkindlicher Bildung.
  • Der Rassismus der AfD schreckt Fachkräfte kaum ab – den gibt es leider nämlich überall (in Indien gegen Muslime, in den republikanisch geprägten Teilen der USA, in Frankreich ...)
  • Ob zum Beispiel Chip-Firmen wirklich nur wegen der Subventionen in Deutschland sind, ist fraglich. Vielleicht wären sie ohnehin gekommen, haben aber einfach nur clever verhandelt.
  • Probleme bei der Migration werden nur mit hohen Investitionen bewältigt: "Es wirft nichts höhere Renditen ab als die Investition in frühkindliche Erziehung. Je mehr hier investiert wird, desto weniger Kriminalität gibt es, desto mehr tragen die Menschen als Erwachsene zum Bruttoinlandsprodukt bei."

Money Quote zum BASF-Chef:

Die BASF soll Farbe bekennen. Nach ihrer bewussten Panikmache während der Energiekrise muss man sie als "Bad actor" betrachten. ... BASF-Chef Brudermüller war zynisch und erpresserisch, er wollte regelrecht für Verunsicherung sorgen.

Dieses Interview ist ein guter "Spickzettel", wenn ein Gesprächspartner in ein Lamento über den Wirtschaftsstandort ansetzt.

Adam Tooze rechnet mit den schlechtgelaunten Deutschen ab
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Kommentare 1
  1. Thomas Wahl
    Thomas Wahl · vor 8 Monaten · bearbeitet vor 8 Monaten

    Danke. Adam Tooze Ist ein ernst zu nehmender aber auch sehr meinungsstarker Wirtschaftshistoriker. Aber man weiß natürlich nicht so genau bis wann eine Deindustrialisierung normal ist. GB ist sicher ein Angst machendes Beispiel. Und ob Frankreich das wirklich erfolgreich vormacht? Auch wenn wir wertmässig mehr produzieren, ganze Industriezweige sind verschwunden und der Anteil des produzierenden Gewerbes am BIP sinkt seit Jahren.

    Auch ist natürlich Angst vor Schulden nicht irrational. Es kommt hier wie da auf die Größenordnung und die Ziele an. Zukunftsinvestitionen sind eigentlich auch von der Schuldenbremse ausgenommen - oder?

    Mit den Chipfirmen weiß man es auch nicht so genau. Vielleicht wären sie gekommen, vielleicht auch nicht. Bisher jedenfalls taten sie es nicht im größeren Umfang. Und andere Staaten boten bei der Unterstützung ja mit. Also warum sollten die ohne Subventionen gerade nach D kommen? Wenn andere gerade gehen.

    Sein Urteil über den BASF-Chef ist eine Verurteilung, kein inhaltliches Argument.

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