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Literatur

Biografisches – Matthew Perry und Gabriel García Márquez

Yvonne Franke
Journalistin, Autorin und Geschichtenerzählerin aus Hamburg
Zum Kurator'innen-Profil
Yvonne FrankeSonntag, 17.03.2024

Als Matthew Perry im letzten Herbst tot aufgefunden wurde, ertrunken im eigenen Pool, war es als ginge ein schmerzerfülltes Raunen durch eine ganze Generation. Von 1994 bis 2004 hatte Perry den sarkastischen, seltsam liebenswerten Chandler Bing verkörpert, ein Sechstel des Ensembles der erfolgreichsten amerikanischen Sitcom dieser Jahre: Friends. Seine Art zu sprechen, sein physisches Spiel, sein unfehlbares komödiantisches Timing hatte sich in Netzhäute und Herzen eingebrannt. Es war im Grunde unmöglich, dass er nicht mehr da war und trotzdem hat es kaum jemanden überrascht. Seit Jahrzehnten war bekannt, dass Perry Tabletten- und Alkoholabhängig war und bereits unendlich viele Versuche, dem zu entkommen, gescheitert waren.

Nur wenige Wochen vor seinem Tod veröffentlichte Perry seine Memoiren, die natürlich auch von seinen beruflichen Erfolgen, seiner Familiengeschichte und Liebesbeziehungen erzählen, deren alles begleitendes und sabotierendes Hauptthema aber eben jene nicht abzuschüttelnden Süchte sind. Und eben darum ist es ein wichtiges Buch, ein Vermächtnis. Man glaubt ihm, dass er alles daran gesetzt hat, sein Leben in die Hand zu nehmen und es zeugt von großer Kraft, wie er immer wieder einen Zipfel Hoffnung zu fassen bekommt und damit weitermacht. In dieser Deutlichkeit und Schonungslosigkeit sind diese Lebensgeschichten selten offengelegt.

Dass sich dieser aufwühlenden Leseerfahrung nun Rodrigo Garcías Erinnerungen an das Sterben seines Vaters Gabriel García Márquez und seiner Mutter Mercedes anschließt, ergab sich zufällig. Ich empfand es aber als sinnvolle Erweiterung.

Während der Sohn das Sterben seines Vaters beobachtet, öffnen sich für ihn immer wieder lange vergessene Fenster in dessen Leben. In Schnappschüssen breitet es es vor uns aus: Erinnerungen an García Marquez trancehaftes Arbeiten, an seine ebenso vollkommene Anwesenheit an den freien Nachmittagen, sein die Kinder prägender Umgang mit dem Ruhm, Momente der eigenen Kindheit, die im Alter des großen Literaten wieder an Bedeutung gewinnen. Dann aber auch die Demenz, die alles Genie auslöscht – ein Verlust, der schon Jahre von dem physischen Tod zu verkraften ist. Und all das getaucht in einen noch einmal aufleuchtenden magischen Realismus. Um seinen Tod herum häufen sich Geschehnisse, die er einst selbst erfand. Ein kraftvoller Abschied.

Hier könnt ihr Perry und hier Márquez bei yourbook bestellen und Eure Lieblingsbuchhandlung unterstützen (und nebenbei die piqd-Familie). 

Biografisches – Matthew Perry und Gabriel García Márquez

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