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Davor fürchten sich Menschen in den USA und Deutschland am meisten

Theresa Bäuerlein
Journalistin. Autorin. Seit (gefühlt) schon immer.
Zum Kurator'innen-Profil
Theresa BäuerleinMittwoch, 24.01.2024

In der New York Times ist gerade ein Interview mit Christopher Bader erschienen, dem Leiter der jährlichen Chapman-Umfrage. Dabei geht es um die wichtigsten Ängste der US-Amerikanerinnen und Amerikaner. Bader erforscht auch Religion und Verschwörungstheorien und stellt fest, dass diese großen Themen und die Ängste oft miteinander verknüpft sind. 

Die neueste Umfrage wurde im Oktober 2023 veröffentlicht. Es wurden Erwachsene zu Dutzenden von Themen befragt, wie zum Beispiel Atomkrieg, Umweltverschmutzung, Vulkanausbrüchen und Zombies. Dann wurden die Ängste nach ihrer Verbreitung geordnet. 

Ich empfehle das Interview hier aus zwei Gründen: Erstens ist es interessant zu wissen, wovor die US-Amerikaner:innen sich am meisten fürchten. Zweitens ist es aber noch interessanter, sich diese Ängste im Vergleich zu denen der Deutschen anzusehen. Auch in Deutschland gibt es eine regelmäßige repräsentative Umfrage, sie heißt „Die Ängste der Deutschen.“ Seit mehr als 30 Jahren gibt die R+V Versicherung sie in Auftrag. Über die aktuellen Ergebnisse hat der Spiegel im Oktober 2023 berichtet. 

Die größte Angst in den USA: Korrupte Politiker:innen

Laut Umfrage haben die Amerikanerinnen und Amerikaner vor allem Angst vor korrupten Politikern und Politikerinnen. 60 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer fürchten sich davor. Weitere große Ängste betreffen einen möglichen wirtschaftlichen Zusammenbruch, einen Atomwaffen-Einsatz durch Russland, einen weiteren Weltkrieg, schwere Erkrankungen oder den Tod nahestehender Personen, Trinkwasserverschmutzung, biologische Kriegsführung, Cyberterrorismus und finanzielle Unsicherheit. Bader betont, dass diese Ängste oft aus Unsicherheit entstehen und durch Medien verstärkt werden, die Ängste ansprechen und bestätigen.

Die größte Angst der Deutschen: Lebensmittelpreise 

Die größten Ängste der Deutschen sehen laut der Umfrage anders aus: An erster Stelle standen im letzten Jahr steigende Lebenshaltungskosten (65 Prozent), unbezahlbares Wohnen (60 Prozent) und erhöhte Steuern oder gekürzte Leistungen durch den Staat (57 Prozent). Die Studie zeigte auch, dass diese Sorgen im Westen Deutschlands erstmals stärker ausgeprägt sind als im Osten. Das betrifft auch der Angst vor einer Überforderung von Staat und Gesellschaft durch Migration.

Im Vergleich zu 2022 sind zwei Ängste laut der Befragung besonders stark gestiegen: Die Angst, dass Deutsche und deutsche Behörden durch Geflüchtete überfordert sein könnten (plus elf Prozentpunkte) und die Angst, dass das Zusammenleben in Deutschland durch einen weiteren Zuzug von Migrantinnen und Migranten beeinträchtigt werden könnte (plus zehn Prozentpunkte). Die Ängste belegen Platz vier und zwölf des Rankings.

 Im Westen äußerten 56 Prozent der Befragten diese Sorge, im Osten 54 Prozent. Im Westen nahm die Furcht im Vergleich zum Vorjahr um 13 Prozentpunkte zu, während sie im Osten unverändert blieb.

Davor fürchten sich Menschen in den USA und Deutschland am meisten

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