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Fundstücke

Ein Eierlikör auf das Leben

Charly Kowalczyk
Journalist

Ich bin in Singen am Hohentwiel geboren und lebe in Potsdam. Schreibe Radiofeature für den Deutschlandfunk und für die Sender der ARD. Bin Mitgründer des Bremer Hörkinos. Seit nun fast 19 Jahren stellen wir in Bremen ein Radiofeature der Öffentlichkeit vor.
www.bremer-hoerkino.de

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Charly KowalczykMittwoch, 21.12.2022

Manchmal bin ich auf der Suche nach Radiofeatures, die das Herz wärmen. Die nicht leichtfertig sind, aber eben auch nicht so schwer. Die nicht der Tiefe des Lebens ausweichen und dennoch genügend Raum lassen, zum Lachen oder auch zum Amüsieren. Bei dem einem die Menschen näherkommen, obwohl man sie nicht kennt. Solche Augenblicke des Zuhörens sind ein Genuss!

So ging es mir bei diesem Feature von Patrick Batarilo. Fünf Frauen erzählen über ihre Ängste, über die Verzweiflung in der Einsamkeit, aber auch über Augenblicke, wie sie Glück suchen und manchmal auch finden. Auch in der Gemeinschaft mit anderen. Der Autor ist präsent, fragt, hört zu. Die Dialoge zwischen ihm und den Frauen lassen uns als Hörer/innen teilhaben, besonders schön sind die Dialoge mit seiner Mutter:

Stell dich mal ganz kurz vor, wer du bist. Beide lachen. Meine Mama. Stell dich mal deinem Sohn vor. In zwei kurzen Sätzen, wer bist du...

Ich bin Beate Batarilo, 76 Jahre alt, werde dieses Jahr 77. Und wohne ganz allein in einem Haus mit drei Etagen. Das mal das Haus unserer Familie mit fünf Personen war, plus eine psychotherapeutische Praxis im Souterrain.

Hast du das Gefühl, dass sich in unserer Gesellschaft das gerade sehr ändert, wie Menschen mit ihrem Alter umgehen?

Ja, aber dabei ist mir auch ganz schön flau. Das Reden über das junge Alter, sagen wir mal von 65 bis 75 oder bis 78, vielleicht auch in guten Fällen bis 80, das ist sehr lebendig. Aber dann wird’s bedenklich, so dass du, wenn du an hohes Alter denkst, schon, ja da wird dann über Sterbehilfe geredet, so dass du auch Angst kriegst, deine Kinder oder die Umgebung zu sehr zu belasten, wenn du dann wirklich Hilfe brauchst.

Die fünf Frauen sprechen offen über ihre Einsamkeit. Ihre Männer sind tot, und sie müssen und wollen das Leben (noch) genießen. Eine von ihnen spielt Schlagzeug, die andere geht oft spazieren, und Karin singt gern. Und sie hat eine schöne Stimme:

"Kuck mal, das sind meine Lieder. Drei Ordner romanische, germanische, slawische Lieder. Eins meiner Lieblingslieder ist halt ein Herbstlied, ein französisches. Der nächste Herbst kommt bestimmt! (Lacht) Da ist es. (Greift nach der Gitarre) Ich kann ja keine Noten, aber ich hab ein ganz gutes Gehör und ich schreib mir dann immer die passenden Akkorde drüber... Arm an Rente, aber reich an Liedern!

Das Feature macht so fast nebenbei darauf aufmerksam, wie schwierig die Einsamkeit im Alter oder beim Älterwerden auszuhalten ist. Wenn die Menschen um einen herum sterben. Wenn die körperlichen Leiden noch einmal einen ordentlichen Schub kriegen. Wenn man sich eine Tagesstruktur geben muss, um im Leben Halt zu finden. Die Frauen versuchen, auch mit Witz und Humor (und mit Eierlikör), ihr Leben dennoch zu genießen, wenn es auch nur hin- und wieder ein paar schöne Augenblicke dazu bereithält.


Ein Eierlikör auf das Leben

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