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Pop und Kultur

Adventszeit ist Game-Empfehlungs-Zeit. Nr. 3: Pentiment

Christian Huberts
mächtiger™ Kulturwissenschaftler und Kulturjournalist
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Christian HubertsFreitag, 16.12.2022

What a year, huh? Zu einer noch nicht verklungenen Pandemie ist auch noch ein Angriffskrieg mitten in Europa dazugekommen, die Klimakrise schreitet weitgehend ungebremst voran und Gesellschaften weltweit scheinen insgesamt eher »on edge«. Persönlich fällt es mir da nicht so leicht, Angebote zum Eskapismus zu machen. Andererseits merke ich, wenn ich mich nicht ab und zu zum Entspannen und spielerischen Reflektieren zwinge, bleibt langfristig auch keine Kraft mehr für die Problemlösung. Daher soll es auch in dieser Adventszeit wieder vier Vorschläge für Games geben, die zugänglich sind, die Zeit der Spielenden respektieren, smarte Perspektiven auf die Welt anbieten und nicht zwingend auf High-End-Hardware angewiesen sind.

3. Advent: Pentiment (PC, Xbox)

Als »Pentimenti« werden in der Malerei nachträgliche, oft auch später noch sichtbare Korrekturen an Grafiken und Gemälden bezeichnet. Ein solcher »Reuestrich«, der mich wohl länger begleiten wird, ist die Tatsache, dass ich bislang noch nicht dazu gekommen bin, Pentiment zu spielen. Ein Fehler, der unbedingt mal korrigiert werden müsste. Das gerade erst im November veröffentlichte Rollenspiel aus dem Hause Obsidian, die unter anderem für den legendären Klassiker Fallout New Vegas verantwortlich sind, ist aus verschiedenen Gründen bemerkenswert. So glänzt das Spiel im Gegensatz zu den sonstigen Werken des Entwicklerstudios weitaus weniger durch ausgefeilte, actionreiche Spielmechaniken, sondern konzentriert sich für Nichtspieler*innen zugänglich auf eine komplex erzählte Geschichte und glaubhafte Spielwelt. Diese ist ausnahmsweise nicht wie sonst ein Fantasy-Königreich oder eine postapokalyptische Retro-Sci-Fi-Wüste, sondern liegt mitten in der bayrischen Provinz des 16. Jahrhunderts. Die fiktive Abtei Kiersau wird zum Schauplatz eines Mordes, den die Spielenden in der Rolle des Illustrators Andreas Maler aufklären müssen. Dabei ist die detektivische Aufklärungsarbeit jedoch nur ein Vorwand, um die vielen Bewohner*innen der Abtei und des nahe gelegenen Dorfes Tassing kennenzulernen, die kulturellen und politischen Umbrüche der Zeit nachzuvollziehen und sich auch selbst ein bisschen in die Geschicke der Welt einzumischen. Präsentiert wird das ganze in einem Grafikstil, der an mittelalterliche Illustrationen erinnert und die Dialoge greifen je nach Sprecher*in auf verschiedene, zeitgemäße Schriftarten zurück – Mönche reden in Textura und Fraktur, Drucker in Drucktypen. All diese Elemente – simples Gameplay, Provinzsetting, akkurates Mittelalter, viel verschnörkelter Text – klingt eigentlich nach dem Rezept für einen absoluten Ladenhüter, wird aber sowohl von der Kritik als auch den Spielenden sehr positiv aufgenommen. Und diese Erkenntnis gibt vielleicht auch mal Anlass für ein Pentimenti.

Man könnte sagen: Pentiment ist ein Videospiel für Fans mittelalterlicher Handschriften. Oder zumindest denen, die sich vorstellen können, ein solcher Fan zu werden. Es ist in jedem Fall ein kluges Spiel, satt an Witz und Wissen. Spieler und Spielerinnen können hier tatsächlich etwas lernen. Etwa wie eine mittelalterliche Abtei aufgebaut ist. Wie der Tagesablauf durch Beten, Arbeit, Essen und Schlafen eingeteilt war. Oder auch, welche Gelehrtendiskurse damals geführt wurden – insofern wir sie den echten Schriften entnehmen können. Und während das Spiel all das beibringt, fragt es gleichzeitig: Ist das wirklich wichtig? Oder sehen die Menschen in der Zukunft nur noch die herrlich kolorierten Bilder und nicht mehr die Geschichten dahinter?

Alle Empfehlungen:

1. Advent: Immortality

2. Advent: Dwarf Fortress

3. Advent: Pentiment

4. Advent: Little Inferno

Adventszeit ist Game-Empfehlungs-Zeit. Nr. 3: Pentiment

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