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Kopf und Körper

Wer kümmert sich um gefährliche Heilsversprechen?

Silke Jäger
Freie Medizinjournalistin

Ich lebe in Marburg und schreibe über Gesundheit und Gesundheitspolitik.

Zum Kurator'innen-Profil
Silke JägerFreitag, 16.02.2018

In Deutschland ist es möglich, Mittel als Heilmittel anzupreisen, die nicht als solche zugelassen sind. Man kann mit der Behauptung "Spinnenbeine haben heilende Wirkung", wenn es gut läuft, also eine Menge Geld machen.

Was bei Spinnenbeinen funktioniert, klappt leider auch bei hochgefährlichen Substanzen wie MMS. MMS steht für Miracle Mineral Supplement und wurde von dem ehemaligen Scientologen Jim Humble auf den Markt gebracht. Bei MMS handelt es sich in Wirklichkeit um Substanzen, die zu Chlordioxid gemischt werden können. Chlordioxid ist ätzend und wird eigentlich zur Bleiche und Desinfektion genutzt.

Humble behauptet aber, MMS wirke zum Beispiel gegen Autismus. Eltern autistischer Kinder machten daraufhin Einläufe mit MMS oder gaben es oral. Schwere Verätzungen der Schleimhäute waren die Folge. So geschehen im Jahr 2014.

Trotz aller Bemühungen ist das Mittel in Deutschland jedoch immer noch im Umlauf. Und darf demnächst sogar wieder bei einem Kongress in Berlin beworben werden.

Wie kann das sein?

Das fragt sich auch Hinnerk Feldwisch-Dentrup in gleich mehreren Artikeln zum Thema. Der Medizinjournalist ist einer der beiden Gründer des Watchblog Medwatch, das Fake-News in der Medizin aufspürt und mithilfe wissenschaftlicher Belege und solidem journalistischen Handwerkszeug dagegenhält. (Seine Kollegin im Gründerteam ist übrigens Mitpiqerin Nicola Kuhrt.)

Feldwisch-Dentrup fragt bei Behörden nach und bekommt zu hören: "Vorträge sind noch keine Straftat". Ob die Verkaufsstände beim Kongress MMS im Angebot haben, müsste dennoch kontrolliert werden. Interessant wäre nun, wer solche Kontrollen durchführt. Denn die Zuständigkeiten sind unklar.

In den vier Jahren, die seit dem letzten Skandal um MMS vergangen sind, wurde offenbar nicht viel Augenmerk auf dieses und andere gefährliche Mittel gelegt.

Der Text legt den Finger in die Wunde, denn der Fall zeigt, dass es bis heute kein wirksames Konzept für den Umgang mit gefährlichen Heilsversprechen gibt.

Wer kümmert sich um gefährliche Heilsversprechen?

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