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Kopf und Körper

Lernen von den gesündesten Menschen der Welt

Theresa Bäuerlein
Journalistin. Autorin. Seit (gefühlt) schon immer.
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Theresa BäuerleinDienstag, 26.09.2023
Kann man wirklich eine Wie-man-uralt-wird-Liste erstellen? Die Autorin dieses Textes hat es immerhin versucht. Und hat sich dafür mit dem Werk von Dan Buettner auseinandergesetzt, der jahrelang durch die Welt gereist ist, um Gegenden zu finden, in denen die Menschen am ältesten werden und am längsten gesund bleiben. Diese Gegenden nennt er „Blue Zones“. Mittlerweile hat er mehrere Bestseller darüber geschrieben, darauf basiert auch die Netflix-Serie “Live to 100: Secrets of the Blue Zones.“ Die Autorin hat zudem mit Buettner selbst gesprochen und schließlich sieben Prinzipien eines langen Lebens herausdestilliert, die sie in diesem Artikel beschreibt.

Diese sind:

1. Bewegung

Für Leute, denen Sport keinen Spaß macht, empfiehlt sie Bewegung durch Arbeit im Freien, z. B. indem man einen Garten anlegt. Außerdem empfiehlt sie, öfter auf dem Boden zu sitzen, statt auf Stühlen. 

Ich saß zwei Tage lang mit einer 104-jährigen Frau zusammen, die 30 Mal vom Boden auf- und abstieg", erinnert er sich. Das entspricht 30 Kniebeugen und hilft, die Kraft in den Beinen und der Körpermitte zu erhalten.

2. Essen wie ein Bauer – schlicht, kalorienarm, selbst gekocht – und mit viel Bohnen

„Eine Tasse Bohnen pro Tag ist mit einer zusätzlichen Lebenserwartung von vier Jahren verbunden“, so Buettner zu seiner Analyse.

3. Wenig Fleisch essen – und viele Pflanzen.

Buettner untersuchte etwa 150 Ernährungserhebungen, die in den blauen Zonen in den letzten 80 Jahren durchgeführt wurden. „Im Durchschnitt stammen mehr als 90 Prozent der Nahrungsaufnahme aus komplexen Kohlenhydraten, also aus vollwertigen pflanzlichen Lebensmitteln“, sagt er. Die Okinawaner essen zum Beispiel viele Süßkartoffeln, die reich an Vitamin A sind. Und auf der Nicoya-Halbinsel in Costa Rica ist der karotinoidreiche Kürbis ein Grundnahrungsmittel.

4. Familie und Community

Buettner beschreibt die Begegnung mit einer Frau namens Panchita, die weit über 100 Jahre alt war. Jeden Tag fuhren ihr 85-jähriger Sohn und seine Kinder mit dem Fahrrad zu ihrem Haus, um beim Füttern der Hühner zu helfen. Im Gegenzug kochte sie ihnen Bohnen und Reis. „Das ist eine wunderbare Symbiose“, sagt er. Für sie steht nicht nur die Familie an erster Stelle, auch ihre Bräuche und Rituale verbinden sie miteinander. 

5. Echte Freundschaften

Der beste Trick für ein langes Leben ist es, seinen unmittelbaren Freundeskreis zu pflegen“, sagte Buettner mir. Das bedeutet nicht, dass man alte Freunde mit ungesunden Gewohnheiten loswerden muss, aber „sie beeinflussen einen wahrscheinlich auf die falsche Weise“, sagt er. Nehmen Sie ein Beispiel aus dem Leben der Okinawaner, die sich in kleinen Gruppen, den Moais, zusammenschließen, um sich gegenseitig zu unterstützen und zu ermutigen.

Sie können dies auch in Ihrem Social-Media-Feed tun. Eine Strategie besteht darin, Ihre Feeds so zu sortieren, dass Sie nur Inhalte von Menschen sehen, die Ihre Interessen und Werte teilen. Wenn Sie sich bei jemandem unwohl fühlen, verabschieden Sie sich. Suchen Sie sich Menschen, die Sie inspirieren und die Ihr Herz höher schlagen lassen.

Im Laufe der Jahre habe ich viel über Untersuchungen geschrieben, die zeigen, wie ansteckend unsere Gewohnheiten sind. Wenn Sie glücklich und engagiert sind, können sich positive Gefühle verstärken. Wenn Sie ein gesünderes Leben anstreben, steigen Ihre Chancen, wenn die Menschen um Sie herum ebenfalls engagiert sind. 

6. Mittagsschlaf machen

Die Siesta ist natürlich eine uralte Tradition. Und obwohl sie durch das moderne Leben fast ausgestorben ist, zeigen die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse, dass ein 20-minütiges Nickerchen eine Stunde verlorenen Schlaf ausgleichen kann und dazu beiträgt, dass man später am Tag wach bleibt.

7. Ein Eigenheim haben

Leichter gesagt als getan, Wohneigentum ist für viele unerreichbar, vor allem in Großstädten. Aber es gibt eine Strategie, die man in Betracht ziehen sollte, meint die Autorin: den Umzug in eine erschwinglichere Stadt, vor allem für junge Erwachsene, die sich niederlassen wollen.

Eine wichtige Anmerkung zum Schluss: 

Es gibt keine einzelne Veränderung, um eine Kultur der Gesundheit zu schaffen. Es bedarf Dutzender kleiner Schritte und Initiativen, um die Menschen zu besseren Entscheidungen zu bewegen und ihnen die gesündere Wahl leicht zu machen. Buettner räumt ein, dass die ursprünglichen blauen Zonen verblassen. Die Abgeschiedenheit vieler dieser Gemeinden hat dazu beigetragen, die traditionelle Lebensweise zu erhalten, aber die Verstädterung und die globale Wirtschaft drängen die Menschen zu einem moderneren Lebensstil.

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Kommentare 3
  1. David Weihrauch
    David Weihrauch · vor 10 Monaten

    Ich bin letztens auf diese Studie gestoßen (https://www.biorxiv.or...), die daraufhin deutet, dass die schöne Geschichte der Blue Zones v.a. das ist: Eine schöne Geschichte, deren vermeintliche Ergebnisse jedoch in erster Linie das Resultat statistisch-administrativer Verzerrungen ist (Studie ist jedoch vor vier Jahren erschienen und nur als Preprint, nicht peer-reviewed, ggf. also auch nicht so seriös) - die Argumente schienen mir trotzdem bemerkenswert.

    1. Theresa Bäuerlein
      Theresa Bäuerlein · vor 10 Monaten

      Ja, ich bin auch ein bisschen skeptisch – es klingt etwas zu schablonenhaft und bestsellertauglich. Dennoch ist an den Tipps nichts auszusetzen, also da kann man wenig falsch machen, denke ich.

  2. Silke Jäger
    Silke Jäger · vor 10 Monaten

    "Die Abgeschiedenheit vieler dieser Gemeinden hat dazu beigetragen, die traditionelle Lebensweise zu erhalten, ..." wäre dann wohl noch Tipp 8: sein eigenes Ding machen. ;)

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