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Die Zurückgelassenen – Berichte und eine Möglichkeit, zu helfen

Tino Hanekamp
Autor

Tino Hanekamp war Journalist und Musikjournalist, hat in Hamburg zwei Musikclubs gegründet (Weltbühne, Uebel & Gefährlich), einen Roman geschrieben (‚So was von da‘) und unlängst ein Buch über Nick Cave ('... über Nick Cave'). Er lebt im Süden Mexikos.

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Tino HanekampMittwoch, 25.08.2021

Auf ZEIT ONLINE erzählen neun Menschen, die als Ortskräfte für die Bundeswehr, Hilfsorganisationen oder die deutsche Botschaft gearbeitet haben, wie es ihnen gerade in Kabul ergeht, wo sie auf ihre Rettung hoffen. Erst durch diese persönlichen Geschichten wird das wahre Ausmaß der Gefahr und des Versagens des deutschen Staates erfahrbar. Auszüge:

Diar: "Ich habe als freier Übersetzer an der deutschen Botschaft gearbeitet. Ich habe mit der Botschaft telefoniert und ihnen meinen Botschaftsausweis gezeigt, mit dem ich in das Gebäude reingekommen bin. Aber sie haben gesagt, das reiche nicht. Sie brauchen einen Vertrag. Den Taliban ist das egal. Ich habe gehört, dass sie angefangen haben, auf der Straße Kinder und Alte zu fragen, wo die Menschen wohnen, die mit den Ausländern zusammengearbeitet haben. Angehörige eines Journalisten, der für die Deutschen gearbeitet hat, haben sie schon erschossen. Wenn die Taliban mich finden, werden sie auch mich töten.“

Zahra: "Meine Schwestern habe ich zurück nach Masar-i-Scharif geschickt. Bei mir zu sein, wenn die Taliban uns finden, wäre zu gefährlich. Ein Foto von mir war plötzlich im Internet aufgetaucht, das mich mit einem bekannten Journalisten zeigt. Mein Bruder hat bereits all meine englischsprachigen Bücher und meine Gitarre verbrannt, er hat all meine persönlichen Dokumente verscharrt, in der Hoffnung, dass sie niemand findet und auch niemand eine Verbindung zwischen mir und meiner Familie herstellen kann. Ich konnte sie mit meinem Einkommen alle versorgen, jetzt haben sie nichts mehr. Zum Abschied sagte meine Mama: 'Komm lieber nie wieder nach Masar!'"

Edris: "Ich habe jahrelang als Journalist in Masar-i-Scharif gearbeitet, gemeinsam und eng zusammen mit Einsatzkräften der Bundeswehr. … Erst seit ein paar Tagen stehen meine Frau, unsere Kinder und ich auf einer deutschen Evakuierungsliste … Die Lage am Flughafen wird von Tag zu Tag chaotischer, um uns herum fallen ständig Schüsse. Wir haben jeden Tag auf ein Zeichen von der Bundeswehr gewartet, dass sie uns abholen. Dienstagnacht kam es endlich, eine Evakuierungsbestätigung per Mail. Wir konnten endlich in den Flughafen rein, waren schon auf dem Rollfeld, ganz nah an den Flugzeugen. Aber dann haben uns deutsche Soldaten zurückgewiesen und gesagt, dass wir nicht auf der Evakuierungsliste stehen. Und wir mussten wieder raus aus dem Flughafen. Ich verstehe nicht, was hier abläuft, und bin völlig verzweifelt."

Wie groß die Gefahr für Journalistinnen und Journalisten jetzt schon ist, knapp zwei Wochen nach der Machtergreifung der Taliban, zeigt ein Bericht der Deutschen Welle:

Taliban-Kämpfer haben bei der Verfolgung eines Journalisten der Deutschen Welle einen von dessen Familienangehörigen erschossen und einen weiteren schwer verletzt. … Die Taliban haben die Häuser von mindestens drei DW-Journalisten durchsucht. Kollegen von anderen Medien wurden entführt oder getötet: Nematullah Hemat vom privaten Sender Ghargasht TV wurde vermutlich von den Taliban gekidnappt, Toofan Omar, Leiter des privaten Radiosenders Paktia Ghag Radio, nach Behördenangaben gezielt von Taliban-Kämpfern umgebracht. Zwei Männer, mutmaßlich Kämpfer der Taliban, erschossen den Übersetzer Amdadullah Hamdard, der häufig für "Die Zeit" arbeitete, am 2. August in der ostafghanischen Stadt Dschalalabad auf offener Straße. Und vor einem Monat starb der weltbekannte indische Fotograf und Pulitzer-Preisträger Danish Siddiqui in Kandahar, mutmaßlich durch Kugeln der Taliban.

Der deutsche Aktivist und Grünen-Politiker Erik Marquardt hat derweil mit Mitstreiterinnen auf eigene Faust einen Charterflieger zur Evakuierung von Betroffenen organisiert und sammelt derzeit unter www.kabulluftbruecke.de Spenden zur Finanzierung.

Hier noch ein Interview mit Zarifa Ghafari, der einzigen Bürgermeisterin Afghanistans. Ihr ist die Flucht mithilfe mehrerer internationaler Behörden vor wenigen Tagen gelungen.

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