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Klima und Wandel

Warum um das Fahrrad ein Kulturkampf entbrannt ist

Ralph Diermann
Energiejournalist

Strom, Wärme und Mobilität – das sind meine Themen. Ich arbeite seit 2008 als freier Energiejournalist u.a. für die Süddeutsche Zeitung, Spiegel Online, die Neue Zürcher Zeitung, für Riffreporter sowie für einige Fachzeitschriften.

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Ralph DiermannDienstag, 14.05.2024

In vielen Kommunen diskutieren die Bürger gerade hitzig, wie sich Fahrrädern mehr Platz verschaffen lässt. Vordergründig geht es dabei um Auto-Parkplätze und -Fahrspuren, die weichen sollen. Aber eigentlich ist das, was da stattfindet, viel mehr, schreibt der freie Autor Ingwar Perowanowitsch im Schweizer Online-Magazin Republik: ein Kulturkampf, eine Auseinandersetzung um urbane Utopien, um die Stadt der Zukunft – ein Kristallisationspunkt, an dem Freiheit, Wohlstand und Teilhabe neu verhandelt werden.

Interessant dabei, so Perowanowitsch, dass sich Gegner wie Befürworter des fahrradgerechten Umbaus der Städte in einem Punkt einig sind: Sie schreiben dem Fahrrad (oder dem Velo, wie der Autor in Schweizer Diktion schreibt) das Potenzial zu, Gesellschaften zu verändern.

Kein Wunder, ist doch die Verteilung des öffentlichen Raums seit jeher Ausdruck des gesellschaftlichen Machtgefüges. Perowanowitsch belegt das mit einem interessanten, ausführlichen, durch viele Links angereicherten Rückblick.

Als das Fahrrad Ende des 19. Jahrhunderts zum Massenprodukt wurde, hat es die Mobilität demokratisiert, zitiert er den Mobilitätshistoriker Benjamin Spielmann von der Universität Bern. Der Radius gesellschaftlicher Gruppen, die sich keine Kutschen leisten konnten, vergrößerte sich deutlich. Was Konservative um die gesellschaftliche Ordnung sorgen ließ. Viele fürchteten die Freiheiten, die Frauen durch das Radeln gewannen. Perowanowitsch hat ein besonders abstruses Beispiel für den Kampf des Patriachats gegen Frauen auf Fahrrädern ausgegraben: Ein Arzt warnte vor dem „Fahrradgesicht“ – die angespannte Mimik beim Radeln könnte sich derart ins Gesicht einbrennen, dass es dieses dauerhaft verformt.

Perowanowitsch ist überzeugt, dass das Fahrrad den Kulturkampf gewinnen wird. Er schließt seinen Text:

Das Velo ist diesmal gekommen, um zu bleiben. Oder wie es Mobilitätshistoriker Benjamin Spielmann sagt: „Das Velo war vor dem Auto da und es wird auch nach dem Auto da sein.“
Warum um das Fahrrad ein Kulturkampf entbrannt ist

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Kommentare 2
  1. Dominik Lenné
    Dominik Lenné · vor 3 Tagen

    Das Abschluss-Zitat gefällt mir. :-)

    1. Marcus von Jordan
      Marcus von Jordan · vor 3 Tagen

      sehr!

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